Druckwasserstrahlprüfung nach DIN EN ISO 16925
Beständigkeit von Lacken und Beschichtungen
Beständigkeit von Lacken und Beschichtungen
Ein Hochdruckreiniger in der Waschbox, ein Steinschlag im Lack – und der heiße Wasserstrahl hebt die Beschichtung an der Schadstelle großflächig ab. Die Druckwasserstrahlprüfung zeigt, wie gut eine Beschichtung dem standhält: Ein definierter Druckwasserstrahl trifft auf einen beschichteten Probekörper, danach wird beurteilt, wie viel Beschichtung sich gelöst hat. iTS liefert dafür die Druckwasserstrahlkammern DWT – ein geschlossenes, vollautomatisches Prüfsystem für die DIN EN ISO 16925 und die Werknormen der Automobilhersteller.
Geprüft wird die Beständigkeit von Beschichtungen gegen den Verlust der Haftfestigkeit durch einen definierten Druckwasserstrahl – an beschichteten Probeblechen ebenso wie an kleinen beschichteten Bauteilen. Wasser, Druck, Temperatur, Abstand und Dauer sind genau festgelegt; so werden Lacksysteme, Vorbehandlungen und Lieferanten vergleichbar.
Gefordert wird die Prüfung vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie: für Karosserielacke, lackierte Anbauteile und Beschichtungen, die später mit Hochdruckreinigern gewaschen werden.
| Verfahren A | Verfahren B | Verfahren C | |
|---|---|---|---|
| Wassermenge | 11,3 l/min | 11,3 l/min | 11,3 l/min |
| Wasserdruck | ca. 67–69 bar | ca. 67–69 bar | ca. 67–69 bar |
| Wassertemperatur | 60 °C | 60 °C | 60 °C |
| Abstand Düse – Probe | 100 mm | 100 mm | 130 mm |
| Prüfdauer | 30 s | 60 s | 60 s |
Zusammenfassung aus der iTS-Übersicht „Weitere Prüfungen mit Staub & Wasser“; maßgeblich ist der Normtext in der jeweils gültigen Ausgabe.
| Norm | In der DWT |
|---|---|
| DIN EN ISO 16925:2014 | Standard |
| BMW AA-0136 (entspricht DIN EN ISO 16925) | Standard |
| DBL 5416 | Standard |
| VW PV 1503 | Standard |
| Ford FLTM BO 160-04 | mit Option Pendelhub für die Probe |
| Scania STD 4234 (entspricht der Volvo-Norm) | mit Option Pendelhub für den Wasserstrahl |
Weitere Prüfvorschriften nach Vorgaben der Automobilhersteller lassen sich einbinden, zum Beispiel TPJLR von Jaguar Land Rover. Die Düse nach DIN EN ISO 16925 gehört zum Lieferumfang; die Düsen für die übrigen Normen gibt es als Option.
Die DWT ist ein in sich geschlossenes System: Hochdruckpumpe, Heißwasserspeicher und Steuerung sind in der Kammer untergebracht. Sie steht auf Rollen, lässt sich im Labor leicht positionieren und braucht nur die Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Druckluft – einen eigenen Nassraum braucht sie nicht. Einmal angeschlossen, laufen die Prüfungen immer wieder reproduzierbar ab.
| DWT 500 | DWT 1000 | |
|---|---|---|
| Prüfraum B × T × H | 900 × 900 × 1000 mm | 1180 × 1180 × 1500 mm |
| Türausschnitt B × H | 795 × 790 mm | 1000 × 1000 mm |
| Sichtfenster B × H | 630 × 690 mm | 890 × 840 mm |
| Außenmaße B × T × H | 1350 × 920 × 2300 mm | 1600 × 1200 × 2400 mm |
| Gewicht | 500 kg | 650 kg |
Außentiefe ohne Bedienpanel, Außenhöhe mit Abluftventilator.
| Anschluss | Anforderung |
|---|---|
| Wasser | Stadtwasser, Leitfähigkeit mind. 30 µS/cm, Härte max. 6 °dH, Zulaufdruck max. 3 bar, Filter 100 µm (bauseits) |
| Abwasser | Schlauchtülle NW 13, Abwasser bis 70 °C |
| Strom | 3 × 400 V / 50 Hz N/PE, bis 22 kW, 32 A; Direktverdrahtung oder CEE-Stecker |
| Druckluft | 3–6 bar, max. 40 l/min, Qualität ISO 8573-1:2010 [3:3:4] |
| Netzwerk (optional) | RJ45 für die Datenaufzeichnung |
Alle Anschlüsse liegen auf der Rückseite. Beim Anschluss über eine CEE-Steckdose muss diese über einen eigenen Fehlerstrom-Schutzschalter Typ B (allstromsensitiv) abgesichert sein.
Warum höchstens 6 °dH? Das Prüfwasser wird auf 60 °C erhitzt. Hartes Wasser setzt dabei Kalk ab – das verkürzt die Lebensdauer der Hochdruckpumpe und der Heizstäbe deutlich. In Regionen mit hartem Wasser hilft eine Enthärtungsanlage. → Stadtwasser oder demineralisiertes Wasser?
Ist die Druckwasserstrahlprüfung dasselbe wie IPX9K?
Nein. Beide arbeiten mit einem heißen Hochdruckstrahl, prüfen aber Verschiedenes: IPX9K prüft, ob ein Gehäuse dicht bleibt (14–16 l/min, 80–100 bar, 80 °C). Die Druckwasserstrahlprüfung prüft, ob eine Beschichtung haftet (11,3 l/min, 67–69 bar, 60 °C). → IPX9K-Prüfung
Welche Proben passen in die DWT?
Probebleche und kleine beschichtete Bauteile. Der Prüfraum der DWT 500 misst 900 × 900 × 1000 mm, der DWT 1000 1180 × 1180 × 1500 mm.
Kann ich Werknormen der Automobilhersteller prüfen?
Ja. Neben der DIN EN ISO 16925 deckt die DWT BMW AA-0136, DBL 5416, VW PV 1503, Ford FLTM BO 160-04 und Scania STD 4234 ab; weitere Werknormen lassen sich einbinden.
Brauche ich einen Nassraum?
Nein. Die DWT ist geschlossen und steht auf Rollen. Sie braucht Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Druckluft.
Welches Wasser brauche ich?
Stadtwasser mit höchstens 6 °dH und einer Leitfähigkeit von mindestens 30 µS/cm. Ist das Wasser härter, empfehlen wir eine Enthärtungsanlage.
Lässt sich die Düse vermessen?
Ja, mit der Messvorrichtung zur Kraftverlaufsmessung als Option. Unser Service vermisst Hochdruckdüsen auch nachträglich. → Service
Sie wollen Lacke oder beschichtete Bauteile nach DIN EN ISO 16925 oder einer Werknorm prüfen? Wir beraten Sie zur passenden Kammer und Ausstattung.
Weitere Prüfarten: Schwallwasserprüfung · IPX9K Hochdruck · IPX5/IPX6 Strahlwasser
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