Staubprüfung IP5X und IP6X nach IEC 60529 und ISO 20653
Staubgeschützt oder staubdicht
Staubgeschützt oder staubdicht
Die Staubprüfung zeigt, ob ein Gehäuse feinem Staub standhält – ob also nur so wenig Staub eindringt, dass Funktion und Sicherheit nicht leiden, oder gar keiner. iTS baut dafür die Staubkammern der Serie SK: eine Plattform in elf Baugrößen, von der kompakten SK 500 bis zur begehbaren SK XL. IP5X und IP6X nach IEC 60529 sowie IP5XK und IP6XK nach ISO 20653 sind in jeder Kammer serienmäßig enthalten.
Die DIN EN 60529 prüft mit Talkumpulver, die ISO 20653 für den Automobilbereich mit Arizona-Staub – dort heißen die Prüfungen IP5XK und IP6XK.
Gefordert werden Staubprüfungen vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie und im Maschinenbau, außerdem für Leuchten (IEC 60598-1) und Klemmkästen.
Die DIN EN 60529 unterscheidet zwei Arten von Gehäusen:
Der Unterdruck wird auch an Prüflingen angelegt, in denen er im Betrieb nicht durch Erwärmung entsteht. Dann ist er schlicht eine Verschärfung der Prüfung.
Das Unterdrucksystem der SK arbeitet vollautomatisch und frequenzgeregelt. Unterdruck (0–25 mbar) und Volumenstrom (30–2760 l/h) werden serienmäßig elektronisch gemessen, ein Begrenzer sitzt bei −25 mbar. Bei IP6X Kategorie 1 bestimmt die Kammer die Prüfdauer automatisch aus dem Volumen des Prüflings. Die Abluft des Unterdruckgeräts wird gefiltert – die Messgeräte sehen keine Staubluft.
| IP5X / IP6X | IP5XK / IP6XK | |
|---|---|---|
| Norm | DIN EN 60529 | ISO 20653 |
| Prüfstaub | Talkum, 2 kg/m³ | Arizona-Staub (A2 oder entsprechend), 2 kg/m³ |
| Prüfdauer | min. 2 h, max. 8 h | 20 Zyklen: 6 s Staubverwirbelung, 15 min Pause |
| Unterdruck am Prüfling | 20 mbar (Kategorie 1) | – |
| Kriterium IP5X / IP5XK | kein Staubeintritt in schädlicher Menge für Funktion und Sicherheit | wie links |
| Kriterium IP6X / IP6XK | keine Staubablagerungen im Gehäuse | wie links |
Zusammenfassung aus der iTS-Übersicht „IP-Prüfungen Staub nach DIN EN 60529 & ISO 20653“; maßgeblich ist der Normtext in der jeweils gültigen Ausgabe.
| Prüfung | Kurzbeschreibung laut iTS-Übersicht | In der SK |
|---|---|---|
| SAE J575 Staubtest | Staub nach ISO 12103-1 A3 Medium oder Portlandzement (ASTM C150-84); 3–5 kg; Prüfling mind. 150 mm von den Wänden; 5 h (2–15 s Verwirbelung, 15 min Pause) | Option SK.OP-140 (SK 500 bis SK 2000) |
| JIS D0203 Staubtest F | Staub nach JIS Z8901 (Klasse 8/6); F1 60 g/m³, F2 3 g/m³, F3 0,1 g/m³; 5 h (F1) bis 8 h (F2/F3) | Option SK.OP-140 (SK 500 bis SK 2000) |
| EN 60068-2-68, Prüfung La2 | Staubprüfung nach EN 60068 | serienmäßig abbildbar |
| MIL-STD-810G | – | in einer Sonderkabine |
Bei der Option SK.OP-140 wirbeln Düsen im Trichter der Kammer den Staub von unten auf statt von oben – so, wie SAE in der Fassung mit Düsen und JIS es fordern. Die Prüfung ist in die Steuerung eingebunden.
Sieben Prüfstäube, eine Kammer: Talkum nach DIN EN 60529, Arizona A2 nach ISO 12103-1 (auch quarzfrei), China Dust nach FLTM BZ106-01, Arizona nach SAE J726, Prüfstaub nach ECE R 16 und Prüfstaub nach DIN EN 40050-9 liefert iTS als Zubehör.
| Baugröße | Prüfraum B × T × H | Staubgebläse | Prüfrost bis | Anschluss |
|---|---|---|---|---|
| SK 500 | 500 × 500 × 1000 mm | 1 | 50 kg | 1,0 kW, CEE 16 A |
| SK 1000-8 | 800 × 1000 × 1000 mm | 1 | 100 kg | 2,0 kW, CEE 16 A |
| SK 1000-10 | 1000 × 1000 × 1000 mm | 1 | 100 kg | 2,0 kW, CEE 16 A |
| SK 1000-10-H | 1000 × 1000 × 1500 mm | 1 | 100 kg | auf Anfrage |
| SK 2000 Q | 2000 × 1000 × 1000 mm | 2 | 100 kg | 2,5 kW, CEE 16 A |
| SK 2000 Q-H | 2000 × 1000 × 1500 mm | 2 | 100 kg | auf Anfrage |
| SK 2000 L | 1000 × 2000 × 1000 mm | 2 | 100 kg | 2,5 kW, CEE 16 A |
| SK 2000 D / QD | 2 × (1000 × 1000 × 1000 mm) | 2 | 100 kg | 2,5 kW, CEE 16 A |
| SK XL 200/200/200 | 2000 × 2000 × 2000 mm | 4 | 1500 kg | 16 kW, CEE 32 A |
| SK XL 260/360/200 | 2600 × 3600 × 2000 mm | 6 | 1500 kg | 16 kW, CEE 32 A |
| SK XL 300/420/200 | 3000 × 4200 × 2000 mm | 8 | 1500 kg | 16 kW, CEE 32 A |
Traglast der SK XL bei 500 kg/m² Verteilung. Ein schwerer Prüfrost trägt in der SK 500 bis 100 kg, in der SK 1000 bis 250 kg. Für alle Baugrößen gleich: 3 × 400 V, Druckluft 3–6 bar.
Die SK 2000 D und QD teilen den Prüfraum in zwei getrennte Kammern von je 1 m³: In der einen läuft die Prüfung, in der anderen wird der nächste Prüfling vorbereitet – die zweite Prüfung startet nach Vorwahl automatisch. Beide Räume können sogar mit verschiedenen Stäuben gleichzeitig prüfen. Bei der QD ist die Trennwand abnehmbar; dann steht ein zusammenhängender Prüfraum von 2 m³ zur Verfügung.
Prüfraum 8,0 bis 25,2 m³, zwei Türen, zwei Sichtfenster, 4 bis 8 frequenzgeregelte Gebläse mit werkseitig eingemessener Homogenität. Die Kammer ist mit einem Mitgänger-Stapler befahrbar, eine Ampel zeigt den Anlagenzustand. Nur für die SK XL gibt es:
Die SK ist ein Baukasten: Gebläse, Rückführung, Unterdruckstrecke und Steuerung sind einmal vorhanden und werden von jedem Modul mitbenutzt.
| Modul | Nutzen |
|---|---|
| Weitere Unterdruckgeräte (SK 1000, SK 2000) | bis zu vier je Kammer, jedes mit eigenem Sensor und eigener Anzeige – vier Prüflinge gleichzeitig, jeder mit eigenem Nachweis |
| Zweiter Durchflussmesser 0–60 l/h | zweiter Messbereich für kleine und besonders dichte Gehäuse |
| SAE J575 / JIS D0203 Staub von unten (SK 500 bis SK 2000) | Düsen im Trichter wirbeln den Staub von unten auf |
| Durchführungen 100 / 150 / 200 / 250 mm, abnehmbare Seitenwand als Schott | Leitungen und Anschlüsse zum Prüfling |
| Handschuhe im Türfenster (SK 1000-10) | am Prüfling arbeiten, ohne die Kammer zu öffnen |
| Prüfraumsteckdose, über die Steuerung zeitprogrammierbar; bis zu vier programmierbare Digitalkanäle 230 V / 5 A | Prüfling oder Zusatzgeräte im Prüfablauf schalten |
| iTS Companion App Basic / Pro / Pro Plus | Aufzeichnung und Prüfbericht, Netzwerkanbindung, Prüfprogramme verwalten und übertragen, Fernzugriff, frei editierbare Berichte |
| Not-Halt von extern, Sicherheitssignal an die Leitwarte | Einbindung in die Sicherheitstechnik des Labors |
Wer die Unterdruckmessung schon im Labor hat, kann die Kammer auch ohne Unterdruckgerät bestellen.
Jede Messstelle – Unterdrucksensor und Durchflussmesser, zweiter Durchflussmesser, jedes zusätzliche Unterdruckgerät – lässt sich einzeln mit DAkkS- oder Werkskalibrierung bestellen. Zwischen zwei Kalibrierungen prüft das Prüfleck den eingebauten Durchflussmesser: Vier Dosiernadeln erzeugen bei 20 mbar definierte Volumenströme. Für die Reinigung gibt es ein Starter-Set mit FFP3-Masken, Schutzbrille, Bürsten und Kehrblech.
| Ihr Prüfling oder Ihre Aufgabe | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| klein, bis 50 kg (mit Schwerlastrost bis 100 kg) | SK 500 |
| bis etwa 1 m Kantenlänge, bis 100 kg (mit Schwerlastrost bis 250 kg) | SK 1000-8 oder SK 1000-10 |
| hohe Prüflinge bis 1,5 m | SK 1000-10-H oder SK 2000 Q-H |
| breite Prüflinge bis 2 m | SK 2000 Q |
| lange Prüflinge bis 2 m Tiefe | SK 2000 L |
| viele Prüfungen hintereinander, verschiedene Stäube | SK 2000 D / QD mit zwei Prüfräumen |
| mehrere Prüflinge gleichzeitig mit eigenem Unterdrucknachweis | SK 1000 oder SK 2000 mit bis zu vier Unterdruckgeräten |
| sehr groß oder schwer, bis 1500 kg | begehbare SK XL |
Was ist der Unterschied zwischen IP5X und IP6X?
Bei IP5X darf Staub eindringen, solange Funktion und Sicherheit nicht leiden. Bei IP6X dürfen sich im Gehäuse keine Staubablagerungen finden.
Mit welchem Staub wird geprüft?
Nach DIN EN 60529 mit Talkum, nach ISO 20653 mit Arizona-Staub (A2 oder entsprechend) – jeweils 2 kg je m³ Prüfraum. Für Werknormen liefert iTS weitere Prüfstäube, insgesamt sieben.
Wie lange dauert eine Staubprüfung?
Nach DIN EN 60529 mindestens 2 und höchstens 8 Stunden, nach ISO 20653 20 Zyklen aus 6 s Verwirbelung und 15 min Pause, also gut 5 Stunden. Bei IP6X Kategorie 1 bestimmt die SK die Prüfdauer automatisch.
Kann die Kammer über Nacht laufen?
Ja. Die Vollautomatik ist für den unbeaufsichtigten Nachtbetrieb ausgelegt.
Muss ich mit Unterdruck prüfen?
Bei Gehäusen der Kategorie 1 ja, mit 20 mbar am Prüfling. Das Unterdrucksystem gehört bei allen SK zur Serienausstattung.
Kann ich die Kammer später erweitern?
Ja – alle Module lassen sich auch nachträglich ergänzen.
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