Schwallwasserprüfung nach ISO 16750-4
Temperaturschock mit Eiswasser für Fahrzeugkomponenten
Temperaturschock mit Eiswasser für Fahrzeugkomponenten
Winter, das Fahrzeug ist warm gefahren – und dann geht es durch eine Pfütze oder einen kalten Regenschauer. Ein heißes Bauteil wird schlagartig von eiskaltem Wasser getroffen. Die Schwallwasserprüfung bildet genau diesen Temperaturschock nach: Der Prüfling wird in einer Warmkammer aufgeheizt und dann mit einem definierten Schwall Eiswasser abgeschreckt, wieder und wieder. iTS liefert dafür die Schwallwasserkammern SWK – Warmkammer und Schwallwassersystem in einer Anlage, vom Tischformat bis zur begehbaren Kammer.
Die Prüfung simuliert Bedingungen, die im Betrieb eines Fahrzeugs auftreten – vor allem bei Regen und bei der Fahrt durch Pfützen. Geprüft werden Fahrzeugkomponenten, die im Betrieb warm werden und im Spritzbereich von Wasser liegen – etwa Steuergeräte, Sensoren, Scheinwerfer sowie Antriebs- und Batteriekomponenten.
Der plötzliche Temperatursprung belastet Gehäuse, Dichtungen und Vergussmassen mechanisch. Kühlt die Luft im Inneren schlagartig ab, entsteht ein Unterdruck, der Wasser durch kleinste Undichtigkeiten ins Gehäuse ziehen kann. Fehler, die bei einer reinen Dichtheitsprüfung nicht auffallen, zeigen sich so.
Gefordert wird die Prüfung von der Automobil- und Zulieferindustrie: in der ISO 16750-4 und in den Liefervorschriften der Fahrzeughersteller, zum Beispiel LV 124 und VW 80000.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Schwallwassermenge | 3–4 l je Schwall |
| Schwalldauer | 3 s |
| Wassertemperatur | 0–4 °C (SWK: +2 bis +4 °C vor der Düse) |
| Prüfmedium | Stadtwasser oder demineralisiertes Wasser, wahlweise mit 3 % (Gewichtsanteil) Arizona-Staub fein nach ISO 12103-1 |
| Temperatur der Warmkammer | bis 160 °C |
| Abstand Düse – Prüfling | 325 ± 25 mm |
| Schwallbreite im Normabstand | 450 mm |
| Zyklusdauer | mind. 30 min (3 s Schwall, danach Standzeit in der Warmkammer) |
| Prüfdauer | 100 Zyklen, also mindestens rund 50 Stunden |
Der Prüfling wird so zur Düse ausgerichtet, wie er später im Fahrzeug beansprucht wird.
Zusammenfassung aus der iTS-Übersicht „Weitere Prüfungen mit Staub & Wasser“ und der technischen Beschreibung SWK; maßgeblich ist der Normtext in der jeweils gültigen Ausgabe.
| Norm | In der SWK |
|---|---|
| ISO 16750-4 | Standard |
| MBN LV 124-2 | Standard |
| VW 80000 (2009-10) | Standard |
| VW 80101 (2009-03) | Standard |
| BMW GS 95003-4 | Standard |
| Renault 36-00-802 | mit Option Erweiterung für Renault-Test |
Die Prüfungen laufen nach Norm ab; eigene Prüfabläufe lassen sich ebenso einstellen.
In der SWK sitzen Warmkammer und Schwallwassersystem zusammen. Die Kammer steht auf Rollen und lässt sich im Labor leicht positionieren.
Die Schwallwasserdüse nach ISO 16750-4 gibt es auch einzeln – als Ersatz, zur Nachrüstung und für eigene Prüfaufbauten im Nassraum.
| Prüfraum B × T × H | Düsen | Heizleistung | Umluft | |
|---|---|---|---|---|
| SWK 100-100-75 | 1000 × 1000 × 750 mm | 2 | 17 kW | 4.000 m³/h |
| SWK 125-100-75 | 1250 × 1000 × 750 mm | 2 | 17 kW | 4.000 m³/h |
| SWK 125-125-125 | 1250 × 1250 × 1250 mm | 2 | 17 kW | 4.000 m³/h |
| SWK 200-150-100 | 2000 × 1500 × 1000 mm | 4 | 25 kW | 8.000 m³/h |
| SWK XL 300-360-200 (begehbar) | 3000 × 3600 × 2000 mm | bis 10 flexible | 42 kW | 12.000 m³/h |
Arbeitstemperatur der Warmkammer: Raumtemperatur + 30 K bis 160 °C, bei der SWK XL bis 95 °C (jeweils ≤ ± 3 K im Beharrungszustand). Prüfrost bis 250 kg, bei der SWK XL bis 800 kg/m². Die begehbare SWK XL ist für große Prüflinge wie Fahrzeugbatterien gebaut, die keine 160 °C brauchen.
| Anschluss | Anforderung |
|---|---|
| Wasser | Stadtwasser oder demineralisiertes Wasser, Zulaufdruck mind. 3 bar, Filter 100 µm (bauseits) |
| Abwasser | HT-Rohr DN 40, höchstens 200 mm über dem Fußboden, Abwasser bis 100 °C |
| Strom | 3 × 400 V / 50 Hz N/PE, max. 63 A, Direktverdrahtung |
| Druckluft | 3–6 bar, Qualität ISO 8573-1:2010 [3:3:4] |
| Netzwerk (optional) | RJ45 für die Datenaufzeichnung |
Der Abwasseranschluss ist zugleich der Überfüllschutz der Schwallwasserbehälter und muss vorhanden sein.
Ist die Schwallwasserprüfung eine IP-Prüfung?
Was ist der Unterschied zur Spritzwasserprüfung?
Bei der Spritzwasserprüfung (IPX4) trifft Wasser mit Raumtemperatur über längere Zeit auf den Prüfling. Bei der Schwallwasserprüfung trifft ein kurzer, kräftiger Schwall Eiswasser auf einen heißen Prüfling – entscheidend ist der Temperatursprung.
Darf ich dem Schwallwasser Salz beimischen?
In der SWK nicht – Beimischungen von Kochsalz (NaCl) sind nicht erlaubt. Möglich ist die Beimischung von Arizona-Staub.
Wie viele Düsen brauche ich?
Die Norm legt Abstand und Schwallbreite je Düse fest. Ob ein Prüfling von einer oder mehreren Seiten getroffen wird, richtet sich nach seiner späteren Einbaulage. Die Standardkammern nutzen zwei Düsen gleichzeitig, die SWK 200-150-100 vier, die begehbare SWK XL bis zu zehn.
Kann ich die Temperatur am Prüfling messen?
Ja, mit dem Prüfgutfühler (20–160 °C) als Option.
Kann ich eigene Prüfabläufe fahren?
Ja. Neben den Normabläufen lassen sich eigene Testdurchläufe einstellen und starten.
Sie planen Schwallwasserprüfungen nach ISO 16750-4, LV 124 oder einer Werknorm? Wir beraten Sie zur passenden Kammergröße und Ausstattung.
Weitere Prüfarten: Druckwasserstrahlprüfung · IPX5/IPX6 Strahlwasser · Staubprüfung
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